Wie wir wissen sind Telekommunikationsanbieter ab dem 01.01.2009 dazu verpflichtet Vorratsdaten zu sammeln. Dies könnte das Aus für deutsche Tor-Server bedeuten, da auch sie den Verpflichtungen nachkommen müssen. Es geht um ungeheure Datenmengen, die hier gespeichert werden müssten und meist nutzlos sind, da die Verbindungen zu anderen Servern weiterziehen.

Die Abschaltung der deutschen Tor-Server wegen der Vorratsdatenspeicherung ist in der Tat traurig. Viel zu oft war Tor in den Schlagzeilen wegen krimineller Machenschaften, die durch das Netzwerk gelaufen sind.Doch was ist mit dem ganz normalen User, der vieleicht einfach nur ganz anonym nach Informationen “über eine Krankheit” oder sonstige Themen suchen möchte? Haben wir auf der einen Seite den Staat, der alles speichert und auf der anderen Seite die riesigen Internetkonzerne, die alle Suchabfragen speichern und uns Werbung präsentieren, die sich rund um unsere Suchabfragen drehen?

Jetzt muss nur noch die Frage geklärt werden, ob es überhaupt noch legal bleibt Anonymisierungsdienste zu nutzen oder ob das bald “eine Vorbereitung zu einer terroristischen Straftat” ist.

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4 Responses to “Torserver wegen Vorratsdatenspeicherung schließen?”

  1. 1 timo

    Hi,

    was isn das fuern Quark?
    Natuerlich werden die Torserver aus aendern Laendern noch weiterlaufen und dann verbindet man sich einfach dahin…

  2. 2 Nico

    Außerdem müssen ja nur Telekommunikationsanbieter ihre Server dicht machen. Ich selbst betreibe einen Rootserver, zwar kommerziell, aber bei Weitem nicht unter den Fittichen der Telekommunikationsgesetze oder BNetzAg. Ich muss nichts speichern und mein Törchen rennt fröhlich weiter..

  3. 3 renke

    @Nico

    wenn du dich da mal nicht täuschst, laut TKG §113a betrifft die VDS-Pflicht alle die “öffentlich zugängliche Telekommunikationsdienste für Endnutzer” erbringen, laut §3(24) sind Telekommunikationsdienste “in der Regel gegen Entgelt erbrachte Dienste, die ganz oder überwiegend in der Übertragung von Signalen über Telekommunikationsnetze bestehen”.

    Ich würde einen Tor-Relay schon als Telekommunikationsdienst nach TKG ansehen - bin aber auch glücklicherweise kein Anwalt, ich warte das erst mal ab, bis Ende Dezember habe ich mit meinem Server ja noch Zeit, ich mache mir noch keinen großen Kopf über die Speicherpflicht…

  4. 4 jan

    Auch ich betreibe ein TOR relay Server in Deutschland (600 KByte/s) seit letztes Jahr.
    Wenn man TOR benutzt soll man auch was zurückgeben.
    Im EXIT-Modus hat mein provider mir ein paar mal auf die Finger gehauen.
    Das lass ich mal sein, wie soll ich ein Richter erklären das ich es nicht war, sondern der EXIT Server ? Heikel.
    Aber mit dem relay Server lass ich es drauf ankommen. Der Anwalt ist schon vorbestellt.

    Internet, du bist zu demokratisch für diese Gesellschaft.

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