Noch einen Monat ohne Vorratsdatenspeicherung. Wie wird sich unser alltägliches Leben verändern, wenn alles gespeichert und evtl. sogar ausgewertet wird? Als die ersten Äußerungen bzgl “Zugriff privater Rechteinhaber auf Vorratsdaten” laut wurden, war klar, dass die Auswirkungen der Vorratsdatenspeicherung uns schon sehr schnell treffen können.

Wird nun mehr auf Anonymisierungsdienste zugegriffen? Wird jeder, der ab 2008 einen Anonymisierungsdienst verwendet überwacht, weil er ein potentieller Terrorist oder einfacher Krimineller ist?

Und was zum Teufel wird überhaupt ab dem 01.01.08 überwacht? Provider haben überhaupt keine Kapazitäten. Sie werden erst gezwungen ab 2009 zu speichern. Aber wenn die Terrorgefahr so hoch ist, warum wird dann nicht von staatlicher Seite überstützt? Warum werden die Speichermedien nicht angeschafft? Weil es dann heissen würde:”Staat stellt Sammeldatenträger”?

Wurde sich vieleicht unter der Hand geeignigt? Sagten die Provider vieleicht:” Vorratsdatenspeicherung 2008 = 10.000 Entlassungen 2008″ ? Hat man sich da vieleicht unter der Hand geeinigt wie es so oft zwischen Wirtschaft und Politik der Fall ist?

Zurück zum Thema: Ich denke die Auswirkungen der Vorratsdatenspeicherung werden wir erst in ein paar Jahren feststellen, wenn irgendwelche dubiosen Rechteinhaber auf einmal riesige Datenbanken voller privater Daten besitzen.

Oder wenn die erste Hausfrau verhaftet wird, weil jemand auf ihrem Rechner einen Trojaner installiert hat, der einen Proxyserver installiert, über den so mancher so manche Tat begangen hat.

Ich sag nur: Abwarten und Tee trinken, zu spät ist es allemal. Eine entscheidende Frage muss aber noch geklärt werden: Steht bei permanent unter Verdacht, wenn man auf Anonymität aus ist, ganz gleich aus welchen Gründen?


12 Responses to “Noch einen Monat ohne Vorratsdatenspeicherung”

  1. 1 arnold

    To generate 1 million records related to your ip-address in your providers database in six months or 15 million seconds,
    we fire a request about every 15 seconds. for this we use : var i = Math.round(30*Math.random())

    files are vds.htm and locs.htm.
    open vds.htm in any browser on your local machine.
    vds.htm will load locs.htm and reload it every 1 till 30 seconds, forever. It will not stress you bandwidth.
    vds.htm will display a simple log.
    to stop vds.htm click on stop. to restart it hit the back button.
    locs.htm holds an array of sites to access. don’t forget the comma between the records, and no comma after the last one.

    Use big servers, like google; a query is their business, it does’nt hurt them. or just access your own server if you have one.
    Remember the game here is not to be anonymous, but to shout loud.
    Your provider is the foot soldier, he does the dirty work, and in the end, he is the one who will use the bullit.

    ———————————————————————————————————————–
    this is vds.htm:
    ———————————————————————————————————————–

    var count=0;var temp=0;var average=0;
    function a(){F1 = self.open( “locs.htm” , “F1″ , “width=450, height=300, scrollbars=yes,status=yes,resizable=yes”)
    document.all.count.innerHTML = ++count;
    var i = Math.round(30*Math.random());window.setTimeout(’a()’,i*1000);document.all.interval.innerHTML = i;
    temp+=i;average=temp/count; document.all.average.innerHTML = Math.round(average);
    }

    stop
    random interval =  seconds
     requests at an average of  seconds

    ———————————————————————————————————————–
    and this is locs.htm:
    ———————————————————————————————————————–

    var locs = new Array(
    “http://www.bolege.de/whoiam/”,
    “http://www.google.de/search?hl=de&q=vorratsdatenspeicherung&btnG=Google-Suche&meta=”
    );

    loading…

    function a(){i=Math.round(locs.length*Math.random());if(i==locs.length)i=locs.length-1;location.replace(locs[i])}

    ———————————————————————————————————————–

  2. 2 arnold

    To generate 1 million records related to your ip-address in your providers database in six months or 15 million seconds,
    we fire a request about every 15 seconds. for this we use : var i = Math.round(30*Math.random())

    files are vds.htm and locs.htm.
    open vds.htm in any browser on your local machine.
    vds.htm will load locs.htm and reload it every 1 till 30 seconds, forever. It will not stress you bandwidth.
    vds.htm will display a simple log.
    to stop vds.htm click on stop. to restart it hit the back button.
    locs.htm holds an array of sites to access. don’t forget the comma between the records, and no comma after the last one.

    Use big servers, like google; a query is their business, it does’nt hurt them. or just access your own server if you have one.
    Remember the game here is not to be anonymous, but to shout loud.
    Your provider is the foot soldier, he does the dirty work, and in the end, he is the one who will use the bullit.

    ———————————————————————————————————————–
    this is vds.htm:
    ———————————————————————————————————————–
    &lthtml&gt&lthead&gt&ltscript language=”JavaScript” type=”text/javascript”&gt
    var count=0;var temp=0;var average=0;
    function a(){F1 = self.open( “locs.htm” , “F1″ , “width=450, height=300, scrollbars=yes,status=yes,resizable=yes”)
    document.all.count.innerHTML = ++count;
    var i = Math.round(30*Math.random());window.setTimeout(’a()’,i*1000);document.all.interval.innerHTML = i;
    temp+=i;average=temp/count; document.all.average.innerHTML = Math.round(average);
    }
    &lt/script&gt&lt/head&gt&ltbody onload=’javascript:a()’&gt
    &ltp&gt&lta href=’http://www.google.com’&gtstop&lt/a&gt&lt/p&gt
    &ltp&gtrandom interval = &ltspan id=interval&gt&lt/span&gt seconds&lt/p&gt
    &ltp&gt&ltspan id=count&gt&lt/span&gt requests at an average of &ltspan id=average&gt&lt/span&gt seconds&lt/p&gt
    &lt/body&gt&lt/html&gt
    ———————————————————————————————————————–
    and this is locs.htm:
    ———————————————————————————————————————–
    &lthtml&gt&lthead&gt&ltscript type=’text/javascript’&gt
    var locs = new Array(
    “http://www.bolege.de/whoiam/”,
    “http://www.google.de/search?hl=de&q=vorratsdatenspeicherung&btnG=Google-Suche&meta=”
    );
    &lt/script&gt&lt/head&gt&ltbody onload=’javascript:a()’&gt
    loading…
    &ltscript type=’text/javascript’&gt
    function a(){i=Math.round(locs.length*Math.random());if(i==locs.length)i=locs.length-1;location.replace(locs[i])}
    &lt/script&gt&lt/body&gt&lt/html&gt
    ———————————————————————————————————————–

  3. 3 Solon

    Zuerst werden die Auswirkungen der Vorratsdatenspeicherung ironischerweise vermutlich diejenigen spüren, die so wenig und so spät über die Vorratsdatenspeicherung geschrieben haben: die Journalisten.

    Denn welcher Informant wird irgendeinem Journalisten noch irgendwelche Informationen per Telefon oder E-mail mitteilen, wenn sechs Monate lang viele Behörden ohne allzu großen Aufwand (im Zweifelsfall gibt es halt einen Verdacht auf eine schwere Straftat - so ein Verdacht ist schnell konstruiert) nachverfolgen können, mit wem der Journalist telefoniert hat?

    In Belgien, wo die VDS schon aktiv ist, verbringen investigativ recherchierende Journalisten bereits einen großteil ihrer Zeit auf der Straße, sprich auf dem Weg zu persönlichen Treffen mit Informanten. Belgien ist ein kleines Land, kleiner zumindest als in Deutschland. Vieles spielt sich in Brüssel ab. Trotzdem klagen die Journalisten da bereits erheblich, dass Informantenquellen reihenweise versiegen.

    http://netzpolitik.org/2007/vorratsdatenspeicherung-und-journalismus/

  4. 4 Mark

    Sie können uns unsere Nahrung nehmen und unser Geld. Sie können uns unser ganzes materielles Eigentum nehmen, wir werden uns schon wieder erholen.
    Doch wenn sie uns unsere Freiheit nehme, werden wir sie wohl nie mehr zurück bekommen.

  5. 5 Annika

    arnold: I doubt this helps. Data mining techniques should be able to filter out the relevant requests quite easily.
    Mark: Das sehe ich etwas anders. Bisher hat der Freiheitswille der Menschen sich nie länger als über einen bestimmten Zeitraum unterdrücken lassen. Ist ja auch eine Sache der inneren Einstellung… Wenn du nichts zu essen bekommst, um bei deinem Beispiel zu bleiben, verhungerst du, egal was du denkst. Aber Freiheit fängt in unseren Gedanken und Gefühlen an und die können wir sehr wohl beeinflussen- das können sie uns nicht nehmen.

    Außerdem vergesst ihr imho alle die Verfassungsbeschwerde. Noch ist doch gar nichts endgültig entschieden. Ich gehe eigentlich fest davon aus, dass Karlsruhe die VDS kippen wird- dafür sind wir hier ein Rechtsstaat.

  6. 6 arnold

    Annika: Stimmt, objektiv gesehen hilft das nicht.

    Aber es ist eine Art “Selbstbetrug” mit positive Nebeneffekten für einem selbst. Ich finde es schlimm sich hilfslos zu fühlen oder zu benehmen, auch da dieses zwangsläufig zur Gewöhnung führt. Wenn ich dann schon Opfer sein muss wie es jetzt Fakt ist, dann werde ich meine Intelligenz und technisches Wissen einsetzen um negativ aufzufallen. Das ist “menschlich” oder ?

    Ist vielleicht nur kindisch, aber dabei soll man es auch nicht lassen. Hat man das Geld kann man die entspechende Initiativen unterstützen. man kann selber ein oder mehrere Tor Server aufsetzen, Wurfzettel verteilen, mit T-Shirts und Buttons mit Sprüchen wie “Privacy is not a crime” und “Frieden Statt Sicherheit” rumlaufen, einfach um ein Signal zu setzen.

    Viele Leute haben für solche Taten respekt, obwohl sie selber das - aus oft gute Gründe- nicht tun wollen. Viele Leute denken dann vielleicht leise “Ich bin nicht allein mit meinem empfinden”. Ich wurde jedesfalls so empfinden.

    Obenstehende technische Idee kann man zB. einsetzen mit Internet Explorer in Windows Autostart, die IE Startseite auf C:\temp\vds.htm setzen und dann sein eigene Kram mit Firefox über Tor erledigen. Das gibt das schöne Gefühl - und Wissen - das man garantiert anonym Surft und gleichzeitig sein Provider -im besten Falle- ärgert. Übrigens kann die Liste sehr Kreativ erweitert werden.
    http://suche.bundestag.de/searchSimple.do?oneOfTheseWords=vorratsdatenspeicherung&x=0&y=0&searchType=simple bringt einem bestimmt Aufmerksamkeit. Aber das finde ich auch wieder nicht gut, www.bundestag.de ist eine supertolle Webseite, und ich fühle mich geschmeichelt in ein Land zu leben in dem die Regierung eine solche professionelle und offene Webseite unterhält. (wurde mir mal interessieren wieviele andere Länder das auch in diese qualität bieten?) Da sieht man auch mal wieder dass das Internet inherent demokratisch ist. Früher musste man sich das als Drucksache besorgen und jetzt ist die Information einfach da, für alle, umsonst. Das Internet ist das beste was uns in den letzten 20 Jahren passiert ist, und das möchtte man jetzt kontrollieren. Warscheinlich zuviel Demokratie auf einmal, nehme ich an.

  7. 7 Annika

    Mal vorab: Damit ich freiwillig Windows nutze müsste schon so einiges passieren ;-)
    Zum Thema… nun ja, ich denke, gefühlsmäßig kann ich deine Denkweise recht gut nachvollziehen, und wir sind uns auch absolut einig, dass man Maßnahmen wie die VDS nicht einfach kritiklos hinnehmen sollte. Ob das allerdings in der Form soviel Sinn macht, wage ich zu bezweifeln. Die Provider können nicht sehr viel für dieses Gesetz, und nur denen schadet es notfalls, dh dem Staat ist es höllisch egal. Dich selbst schützen tust du auch nur sehr bedingt, da wie gesagt die relevanten Treffer leicht ausgefiltert werden können. Und die Symbolwirkung ist auch gleich null, schließlich sitzt du bei dem ganzen zuhause vor dem Rechner.
    Ich persönlich bevorzuge eher die “etablierteren” Formen demokratischer Partizipation- Schreiben, Demos und Info-Veranstaltungen organisieren, und (ganz wichtig) bei der Verfassungsbeschwerde helfen. Ich vertraue wie gesagt auf Karlsruhe, aber mitwirken sollten wir Bürger auch.

  8. 8 arnold

    Danke, Annika, für deine Meinung.

    Ich denke Du hasst völlig Recht und ich verabschiede mich ohne Reue von diese Idee.
    Ich habe mir schon vor Monate an der Verfassungsbeschwerde beteiligt. Mehr gibt es da nicht zu helfen, oder gibt es noch was ?

    Noch ein schönen Gruss,

    Arnold

  9. 9 Annika

    Nein, das war’s an sich schon ;-) jede Unterschrift ist wichtig. Gibt ja immer noch welche, die das nicht kennen, daher weise ich nochmal extra drauf hin wenn jemand Möglichkeiten sucht, etwas gegen diese Maßnahmen zu tun. Ansonsten, wie gesagt, Leute informieren, das hat Top-Priorität. Viele wissen gar nicht, was ihre Rechte sind und dass man sie ihnen wegnehmen will. Ob man nun so mit Leuten redet oder etwas “großflächiger” wird, z.B. indem man sich an die Medien wendet und/oder eine Demo organisiert wie wir hier in Köln, ist dabei der persönlichen Neigung und Lebenssituation überlassen- helfen tut alles.

  10. 10 arnold

    Zu demokratisch für diese Welt.

    Obwohl es erfreulich ist dass das Bundesverfassungsgericht das bedrohliche Geschäftsmodel “Sicherheit” eine kleine Rüge erteilt, werden trotzdem meine persönliche Daten gespeichert an mir nicht bekannte Orte
    und werden meine Gewalt entzogen. Das gefällt mir überhaupt nicht.

    Seit 2008 telefoniere ich kaum noch, über GSM sowieso nicht. Das ist nicht gut für das Sozialleben, und muss deswegen wieder durch mehr Mobilität wettgemacht werden, was Geld kostet, klar.

    Ich gehe nur noch über TOR ins Internet und betreibe selber einen leistungsfähiger TOR-Server um dieses auszugleichen und zusätzlich anderen diese Möglichkeit zu erleichtern. Auch das kostet Zeit und Geld. Mit TOR bringen DSL Geschwindigkeiten nichts mehr, wir sind wieder im Modem-Zeitalter.

    Zu mails scheint es keine gute Lösung zu geben.

    Und die Sicherheitsbehörden machen weiter und stopfen die Löcher: www.Anonyphone.de (vertreibt gebrauchte Prepaidkarten) hat gerade den Betrieb eingestellt angeblich wegen Einschüchterung. Auch TOR-Server werden irgendwann mal dran glauben müssen.

    Was der Schutz der Privatsphäre angeht steht Deutschland trotzdem excellent da. Wie sieht es denn woanders aus ?

    Trotzdem fühle ich keine Verpflichtung mehr für ein Staat der meint mir bespitzeln zu müssen obwohl ich immer ein rechtschaffener Mensch war. Sowas nennt sich Vertrauensbruch und ist eine der schlimmste Verbrechen überhaupt.

    Übrigens wird das Internet zunehmend lästig.
    Ich habe mir immer gesehen als jemanden der ohne Internet nicht mehr leben mag,
    aber ich stelle jetzt fest das ich mir manchmal tagelang mit die Sicherheits- und Überwachungslage zu beschäftigen habe, um up-to-date zu bleiben.
    Das macht kein Spass mehr. Vielleicht lösche ich meine Webseiten, kündige die Verträge und mache zu.

    Schüss Internet, du bist zu demokratisch für diese Welt.

  11. 11 jan

    Zu demokratisch für diese Welt.

    Obwohl es erfreulich ist dass das Bundesverfassungsgericht das bedrohliche Geschäftsmodel “Sicherheit” eine kleine Rüge erteilt, werden trotzdem meine persönliche Daten gespeichert an mir nicht bekannte Orte
    und werden meine Gewalt entzogen. Das gefällt mir überhaupt nicht.

    Seit 2008 telefoniere ich kaum noch, über GSM sowieso nicht. Das ist nicht gut für das Sozialleben, und muss deswegen wieder durch mehr Mobilität wettgemacht werden, was Geld kostet, klar.

    Ich gehe nur noch über TOR ins Internet und betreibe selber einen leistungsfähiger TOR-Server um dieses auszugleichen und zusätzlich anderen diese Möglichkeit zu erleichtern. Auch das kostet Zeit und Geld. Mit TOR bringen DSL Geschwindigkeiten nichts mehr, wir sind wieder im Modem-Zeitalter.

    Zu mails scheint es keine gute Lösung zu geben.

    Und die Sicherheitsbehörden machen weiter und stopfen die Löcher: www.Anonyphone.de (vertreibt gebrauchte Prepaidkarten) hat gerade den Betrieb eingestellt angeblich aufgrund Einschüchterung.
    Auch TOR-Server werden irgendwann auch mal dran glauben müssen.

    Was der Schutz der Privatsphäre angeht steht Deutschland trotzdem excellent da. Wie sieht es denn woanders aus ?

    Trotzdem fühle ich keine Verpflichtung mehr für einen Staat der mir bespitzelt obwohl ich immer ein rechtschaffener Mensch war.
    Sowas nennt sich Vertrauensbruch und ist eine der schlimmste Verbrechen überhaupt.

    Übrigens wird das Internet zunehmend lästig.
    Ich habe mir immer gesehen als jemanden der ohne Internet nicht mehr leben mag,
    aber ich stelle jetzt fest das ich mir manchmal tagelang mit die Sicherheits- und Überwachungslage zu beschäftigen habe, um up-to-date zu bleiben.
    Das macht kein Spass mehr. Vielleicht lösche ich meine Webseiten, kündige die Verträge und mache zu.

    Schüss Internet, es war schön, aber du bist zu demokratisch für diese Welt.

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