Dateien verschlüsseln mit Truecrypt


Heute möchte ich erklären, wie man Dateien verschlüsselt. Hier ist das Open Source Programm Truecrypt eine gute Wahl.Da der Sourcecode von Truecrypt offen verfügbar ist, ist so gewährleistet, dass keine Regierung oder andere Personen Hintertüren einschleusen können, um Zugriff auf eure Daten zu erlangen.
Die offizielle Seite von Truecrypt lautet Truecrypt.orgWindows-User können die aktuelle Version hier downloaden:
www.truecrypt.org/downloads.phpBenutzer, die Linux installiert haben können direkt darunter ihre Distribution auswählen. Die Dateien sind im .zip Format verfügbar und können mit einem Entpacker(z.B. Winrar) entpackt werden.
Nach der Installation von Winrar dürfte die Datei truecrypt-4.2a.zip ein gelbes Icon vorweisen, was darauf hindeutet, dass man sie nun mit Winrar öffnen kann. Nach dem Entpacken reicht ein Doppelklick auf “TrueCrypt Setup.exe” und die Installation beginnt.Da ich davon ausgehe, dass jeder, der sich im Internet bewegt grundlegende Englischkentnisse vorweisen sollte, gehe ich mal nicht näher auf den Download und die Installation eines Language Packs ein.
Da dieses Tutorial von mir auch ins Englische übersetzt wird habe ich Screenshots der englischsprachigen Version gemacht.

Den Container erstellen:
Ein Container ist so etwas wie eine verschlüsselte Datei, die mit anderen Daten gefüllt werden kann. Mit Truecrypt und einem vorher bestimmten Passwort kann man sie öffnen.Folgenden Bildschirm dürftet ihr nun sehen:

Ihr klickt auf “Create Volume”.
Man kann nun zwischen standart Truecrypt Volume und hidden Truecrypt volume wählen. Wir wählen standart Truecrypt Volume. Mit einem Klick auf “What is hidden Volume” werden mehr Informationen über den versteckten Modus gezeigt.
Mit einem Klick auf “Select File” wählt ihr den Dateiname, den euer verschlüsselter Container haben soll. Einer Dateiendung bedarf es nicht. Ihr könnt jedoch die Dateiendung .tc nehmen, denn so startet Truecrypt automatisch bei Aufruf der Datei. Alternativ müsste man jedes mal zuerst Truecrypt starten und den verschlüsselten Container auswählen. Der Volume-speicherort kann auch einfach in das Feld eingegeben werden.

Dann klickt ihr auf “next”.

Nun kann man den Verschlüsselungsalgorhytmus auswählen. Der AES ist am empfehlenswertesten. Auch Geheimdienste verwenden diesen Algorhytmus. Je stärker der Algorhytmus, desto langsamer lassen sich Dateien verschlüsseln. Darum sollte man sich vorher überlegen, ob man unbedingt den sichersten Algorhytmus benötigt. Bei “benchmark” kann man einen Geschwindigkeitstest machen.
Nun kann man bestimmen wie groß die Containerdatei sein soll.
Achtung: Der Container wird später eure verschlüsselte Partition. Quasi eine Festplatte. Man sollte also genug Platz einplanen, jedoch nicht zuviel, da die Verschlüsselung sehr lange dauern kann.
Hier wählt man das Passwort des Containers. Es empfiehlt sich Kombinationen aus Zahlen, Buchstaben und Zeichen zu verwenden. Man sollte keine Wörter oder oft genutzte Zahlenkombinationen (123456) verwenden, da diese leicht mittels BruteForce geknackt werden können.
Man kann anstelle eines Passwortes ein sogenanntes “Keyfile” verwenden.Es handelt es sich um eine 1-10 KB große Datei. Dieses Keyfile ist jedes Mal notwenig, wenn der entsprechende Container geöffnet wird. Aber vorsicht: Geht dieses Keyfile verloren sind alle Daten des Container futsch, da nicht wiederherstellbar.
Nun kann man das Format der Partition auswählen. Es empfiehlt sich NTFS zu verwenden, da FAT nur auf 4 GB beschränkt ist. Auch ist es möglich einen dynamischen Container zu verwenden. Ich würde unbedingt dazu raten, da sich so die Größe des Containers automatisch anpasst. Falls ihr euch irgendwann mit der benötigten Größe verschätzt müsst ihr evtl. einen 2. Container erstellen bzw. hin und her kopieren.
Mit einem Klick auf “Format” geht die Verschlüsselung los.
Mit einem Klick auf “Exit” ist die Verschlüsselung beendet und der Container einsatzbereit.
Wie bindet man denn nun Dateien ein?
Folgendes:

Man wählt einen Laufwerksbuchstaben und klickt auf “Select File”. Hier wählt man die Datei des Containers, die zuvor bestimmt wurde. Man klickt auf “Mount”. Ein Passwort wird verlangt. Nach richtiger Eingabe ist der Container nun freigeschaltet. Es erscheint ein neues Laufwerk auf dem Arbeitsplatz. Ihr könnt nun fleissig Dateien hineinkopieren. Sie werden automatisch mitverschlüsselt.Mit einem Klick auf “Dismount all” werden alle eingebundenen Laufwerke wieder unsichtbar. Nun müsste man die Prozedur mit dem Einbinden der Containerdatei und der Passworteingabe erneut durchführen.Allgemeines:Jeder hat private Daten, die nur für ihn bestimmt sind. Diese Anleitung ist für Anfänger gedacht, die einen geeigneten Einstieg in die Verschlüsselung ihrer Daten suchen. Es gibt unter Tutorials ein weitaus umfassenderes Tutorial über Truecrypt.Fragen und Verbesserungen könnt ihr als Kommentare schreiben. Bitte achtet auf eine angebrachte Ausdrucksweise.


9 Responses to “Anleitung Dateien verschlüsseln mit Truecrypt”

  1. 1 Herbert

    Eine gut und kleine Anleitung. Könntest du die Abstände zwischen dem Text und den Bildern vergrößern?

  2. 2 1356

    Ala TrueCrypt gibt es auch ein Programm, das mit Hilfe der verschlüsselten virtuellen Festplatten eigene Dateien vor unbefugtem Zugriff schützt. Das Programm heisst Rohos Disk. Das Programm erlaubt das verschlüsselte Teil auf dem USB Stick zu erzeugen. Sie können Ihre verschlüsselte Partition in jeder Situation mit Hilfe von der neuen Utility Rohos Disk Browser öffnen, sogar wenn Sie keine von den administrativen Rechten besitzen (z.B. Internet-Cafe). Die verschlüsselte Partition kann jetzt auch “wachsen”, wenn Sie Ihre Dateien bearbeiten möchten und wenig Platz dafür haben. Rohos Disk unterstützt auch Vista.
    http://www.rohos.net

  3. 3 Windows Vista

    TrueCrypt unterstützt ab Version 4.3a auch Windows Vista.

    Außerdem gibt es eine Menge alternativen zu TrueCrypt - einfach mal googeln ;)

  4. 4 klaus

    Hallo,

    eine wirklich gute Anleitung, gefällt mir sehr gut: Sehr ausführlich und Schritt für Schritt beschrieben.

    Eine Frage: Könnte ich den Eintrag in meinem Forum veröffentlichen, natürlich mit Link und Hinweis?

    Gruß

  5. 5 Oliver

    Warum sind die Screenshots nicht auf Deutsch? :mrgreen:

    Zu einem der Vorredner: ich verschlüssele mit TrueCrypt schon seit Jahren Dateien in einem TC-Volume und auf einem USB-Stick. Was genau kann dieses andere Produkt, was TC nicht kann?

    // Oliver

  6. 6 Herbert

    Hallo Klaus,
    mit Link wäre es ok. Bitte Um Rückmeldung um welches Forum es sich handelt.

    gruß

  7. 7 klaus

    Hallo,

    mein Forum ist erst seit ein paar Tagen online. Zu erreichen ist es unter http://websplit.net

    Danke für die Erlaubnis.

    Gruß

  8. 8 Holger

    Hallo,

    herzlichen Dank für diese Anleitung!!! Seit ein paar Tagen beschäftige ich mich mit dem Thema Datensicherheit. Ein unendliches Thema - je mehr ich weiß, desto mehr Fragen tauchen auf. Bezüglich TrueCrypt taucht für mich nun folgendes Problem (Sicherheitsleck?) auf:

    Angenommen ich habe die Daten verschlüsselt und arbeite nun mit einer Datei aus diesem Bereich. Temporäre Daten befinden sich zu diesem Zeitpunkt im Cache, die später von Windows gelöscht werden. Das Sicherheitsproblem ist, dass diese Daten mit unsicheren Windows-Betriebsmitteln gelöscht werden, also nur der Verweis auf den Ort der Daten entfernt wird. Diese Daten sind aber weiterhin (jetzt unverschlüsselt) vorhanden. Eine sichere Datenüberschreibung wie bei Schredder-Software findet nicht statt. Diese Daten lassen sich also mit Rekonstruktionsprogrammen (jetzt unverschlüsselt) wiederherstellen.

    Stimmt das so? Gibt es eine Lösung dieses Problems?

    Beste Grüße
    Holger

    PS: Noch eine Frage, die nicht unbedingt hierher gehört: Kennwörter für Word 2007 sollen jetzt sicher sein. Ist der Kennwortschutz für die Benutzeranmeldung bei Windows Vista jetzt sicher oder kann er wie bei seinen Vorgängern innerhalb kürzester Zeit z. B. mit Hilfe von Rainbow Tables geknackt werden (s. http://pcwelt-wiki.de/wiki/Knacktechnik)? Vielen Dank für Eure Antworten!!!

  9. 9 mark

    Hallo,
    auch von mir ein dickes Lob für die Anleitung. Meine Frage geht in die Richtung meines Vorredners. Auch ich möchte meine Daten vor dem Zugriff durch mögliche Rekonstruktionssoftware schützen. Ist es möglich den Inhalt der truecrypt ordner zu rekonstruiieren bzw. die Daten oder Musik mit denen ich arbeite wenn das volume gemountet wurde. Und inwiefern ist es möglich den Zustand vor dem “Verstecken” nachzuverfolgen.

    Liebe Grüße
    Mark

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