Seit einigen Tagen melden die Medien, dass die Bundesregierung Opfer einer Onlinedurchsuchung wurde. Sicherheitsexperten sollen auf Rechnern im Kanzleramt und anderen Ministerien Trojaner entdeckt haben.


Die Trojaner sollen aus den chinesischen Städten Lanzhou, Kanton und Peking kommen. Die Übertragung von 160 Gigabyte Daten soll verhindert worden sein.Die geplante Übertragung von großen Datenmengen ist ein Indiz dafür, dass es Spionagetrojaner waren, die Informationen abfangen wollten.

 

Andy Müller-Maguhn, Sprecher des Chaos Computer Clubs kommentiert wie folgt: “Die Behauptung des BMI, die Sicherheitsbehörden und das Bundesministerium des Innern (BMI) verfügten “grundsätzlich über genügenden Sachverstand”, erscheint angesichts der Unfähigkeit, Spionage-Trojaner selbst in sensibelsten Bereichen wie im Kanzleramt zu verhindern, als Pfeifen im dunklen Wald.”
Der Premierminister von China, Wen Jiabao, gab an, dass er von nichts wisse. Er versprach lediglich zusammen mit Deutschland zu versuchen die Hackerangriffe zu stoppen. Bundeskanzlerin Merkel sagte, sie wolle ohnehin im Gespräch mit China ganz besonders das Urheberrecht ansprechen.

 

Von Seiten des Verfassungsschutzes kamen Äußerungen bzw. Berichte, aus denen hervorgeht, dass China schon lange eine große Gefahr darstellt, wenn es um Datenraub geht.

Kommentar
China macht in letzter Zeit immer mehr Schlagzeilen. Menschenrechtsverletzungen, Urheberrechtsverletzungen, Plünderung der Bodenschätze in Afrika und nun Spionagetrojaner.

Fakt ist, dass die Wirtschaft in China blüht. Die Chinesen wollen Autos, Bodenschätze, Wissen, … . Am besten alles ohne für irgendetwas zu zahlen. Man erinnere sich an die Transrapid-Strecke, die Siemens in China bauen wollte. Die Chinesen klauten massenweise Know-How und bauen nun ihre eigene Strecke :) und ihre eigene Bahn. Durch dieses Vorwissen kamen die Medien bestimmt auf den Trichter, dass ein Trojaner aus China, der massenweise Daten abfängt von der chinesischen Regierung stammen muss.

Soweit ich weiss existieren keine Informationen, wem die IP-Adressen gehörten, zu denen die Daten wanderten. Standorte konnten jedoch dingfestgemacht werden. Sind diese Standorte evtl. nur zwischengeschaltete Proxyserver, die nur verschleiern sollen, dass die Daten in Wirklichkeit ganz woanders hin transferiert wurden ?

Jeder, der etwas tiefere technische Kenntnisse über das Internet hat wird den Pressemeldungen erst einmal kritisch gegenüber stehen.

PC Bundesregierung –> PC China –> PC Russland –> PC USA ?
Möglich wäre es durchaus

Ich werfe mal ein paar Schlagworte in die Runde: Proxyserver, VNC, Remote Desktop, Wingate, Trojaner. Es gibt viele Möglichkeiten zu verschleiern.
Kommt morgen die Meldung “Datenräuber kamen aus Russland” und morgen “Datenräuber nun doch aus der USA” , nur weil Reporter keine Ahnung von der Anatomie des Internets haben?

Ich gebe zu, ich denke, dass der Datenraub tatsächlich aus China kam. Warum?
China klaute ganz offen und frech Wissen über den Transrapid. Auch plündern sie Afrika, nachdem sie die totalitären Herrscher bestechen.

Warum die chinesische Regierung keine Proxyserver(oder übernommene Rechner in anderen Ländern) verwendet haben soll? Warum denn? Sie machen sich überhaupt nicht die Mühe es zu verschleiern :) Es scheint Ihnen quasi genau wie beim “Transrapid” egal zu sein, wer davon Wind bekommt, hauptsache sie haben es.

Kleines Wort zu Merkel.
Erinnert ihr euch an den Mord an der russischen Journalistin?
Es wurden 4 staatskritische russische Journalisten in den letzten Jahren ermordet.
Kurz darauf besuchte Putin Deutschland. Merkel sprach sehr zurückhalten nach dem Motto “Aehmm ja….Meinungsfreiheit” und Putin im Ton “Wir haben Meinungsfreiheit,…”.

Genauso wird es im Gespräch mit den Chinesen sein. “Danke Frau Merkel, dass wir darüber gesprochen haben (gleichzeitig 2000 weitere Angriffe auf Regierungsrechner)”.
Es müsste mal jemand “etwas sagen”, nicht zurückhaltend, sondern mal auf den Tisch hauen. Ich finde das Verhalten beschämend für eine Kanzlerin.

Ironischerweise planen teile der Regierung ja selbst einen “Bundestrojaner”. Oder Remote Forensic Software. Die Ironie geht noch weiter. Durch den Hackerparagraphen ist es nun strafbar bestimmte Programme anzuwenden um Computer auf Schwachstellen zu testen. Nun gut, Antivirensoftware und Firewalls sind weiterhin legal, aber auch andere Tools wie Portscanner(nmap) können zur Prävention eingesetzt werden. Leider sind die “anderen Tools” ja nun verboten.

Die Bundesregierung hat sich sozusagen selbst gehandicaped. Zum Totlachen.
Vieleicht auch zum Weinen ;)


0 Responses to “Trojaner aus China und der Hackerparagraph”

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